Jahresbericht

 

Jahresbericht des Präsidenten 2006 / 2007

Von einem ganz besonderen Rückblick über das Vereinsgeschehen der Freien Bühne Uster darf ich schreiben. Es ist der Bericht über die grösste Herausforderung in der Theatergeschichte der FBU. Den lang ersehnten Wunsch, ,,My Fair Lady" auf die Bühne zu bringen, galt es zu realisieren. Mut, Selbstvertrauen und die Bereitschaft aller Mitglieder auch die letzten freien Stunden für dieses Projekt freizuhalten, war die konsequente Bedingung, um einen Erfolg zu erzielen.

Mit Genugtuung und Stolz können wir auf das unvergessliche, hervorragend gelungene Musical ,,My Fair Lady" zurückschauen und dieses als Großerfolg in unseren Annalen verbuchen.

Mitte Mai begannen die Proben mit den achtzehn Akteurinnen und Akteuren der FBU und den drei zugezogenen Profis, Leila Elmer, Michael Raschle, und Victor Majzik. Diese Vielzahl von Mitwirkenden erforderte viel Fingerspitzengefühl im Verwirklichen eines Probeplanes. Andre Keller, unser Regisseur, und unsere bestbewährte Assistentin, Heidi Hofmann, gerieten mit all den Datumskollisionen oft an die Grenzen des Möglichen.

Gleichzeitig begannen auch die musikalischen Proben unter der Leitung von Raimund Wiederkehr.

Das Werbeteam, mit Isabella Loudar als verantwortliche Leiterin, stand ebenfalls in den Startpflöcken. Verschiedenste Institutionen und der Ustermer Gewerbeverband wurden mit einer Werbe-Videokassette angeschrieben. Wir erhofften uns, Sponsoren für unser sehr kostspieliges Unterfangen zu gewinnen. Dem ganzen Werbeteam gehört ein ganz besonderer Dank. Nicht nur die Sponsorensuche, auch die Radio-, Kino- und Zeitungswerbung sowie die Suche nach Inserenten und die Beiträge für die sehr schöne Gazette waren die Produkte dieses Teams.

Die hauseigenen Werker vom Bühnenbau schlossen sich dem gemeinsamen Start auf der ganzen Linie an. Die grosse Herausforderung dieser Gruppe hiess: Wie können wir so viele verschiedene Szenenbilder innert kürzester Zeit auf der kleinen Bühne wechseln? Vor lauter kompliziertem Drehen nach links oder rechts der zweifachen Drehbühne dreht sich noch heute ab und zu eine Drehung im Kopf.

Alles schien auf bestem Wege zu sein. Mit Foto-Shootings für die Gazette, Zeitungsberichten über die Zusammenarbeit mit der Stiftung Arbeitsgestaltung und einem weiteren Artikel über das Verhältnis Profis und Laien auf der Bühne, hielten wir uns in der Öffentlichkeit präsent.

Doch der 26. Juli setzte dem erfreulichen Treiben einen kleinen Dämpfer. Ein Fehltritt auf rutschigem Laub im Wald hatte zur Folge, dass mein linkes Schien- und Wadenbein verschraubt und für acht Wochen eingegipst werden musste. Betty Jeanneret erschien nach einer Achselverletmg mit einer Armstütze zu den Proben, und als ob das noch nicht genug wäre, humpelte Sandra Baumann mit einem Gipsfuss über die Bühne.

Die Zeit heilt ... und das Projekt Musical ,,My Fair Lady" lief weiter. Allen Helfern, die als Taxifahrer und fiir sonstige Hilfeleistungen eingesprungen, meinen herzlichen Dank.

Heidi, Alba und Pascal nahmen sich im August am Willkommenstag der Neuzugezogenen Ustermer Zeit, um die ,,Freie Bühne Uster" vorzustellen. Mit Plakaten, einer Werbe-CD, Flyern und mit guter Scheinwerferbeleuchtung auf den Marktstand machten sie beste Werbung für uns.

Der 6. und 7. Oktober waren die grossen Zügeltage. Die Drehbühne mit dem gesamten Bühnenaufbau musste von Mönchaltorf nach dem Wagerenhofsaal verschoben werden. Bis hierhin durften wir unentgeltlich in der Lagerhalle der Frike AG in Mönchaltorf proben. Nicht nur das, auch den feinen Kaffee und die frischen Gipfeli aus der Küche durften wir uns zu Gemüte führen. Vielen Dank Andre.

Eigens für das Schminkerinnenteam stellten wir eine provisorische Baubaracke hinter dem Festsaal auf. Die zu engen Platzverhältnisse im Garderobekeller erforderten diesen zusätzlichen Raum.

Zwei Wochen standen uns noch zur Verfügung, um uns in der neuen Umgebung einzurichten. Eine knappe Zeit, um alle Abläufe vom Umbau der Szenenbilder mit gleichzeitiger Feinabstimmung der Musiker, dem Choreographen und der Regie einzuüben.

Vorhang auf, hieß es am 25. Oktober für die Benefizveranstaltung Wagerenhof und flir siebzehn weitere Aufführungen. Am 18. November hiess es Abschied nehmen von ,,My Fair Lady". Wir taten dies mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Unser Verein hatte eine unglaubliche, manchmal fast unlösbare Aufgabe geschafft. Wir sind Stolz darauf, viertausend begeisterten Besucherinnen und Besuchern eine schöne Aufführung geboten zu haben.

Mit einer Punsch- und Kaffeewoche im Dezember mussten wir uns der Mietervereinigung Illuster für den Sponsorenbeitrag verpflichten. Das hiess, zwei Personen standen während den Ladenöffnungszeiten eine Woche lang an einem Verkaufsstand in der Mall, um gratis Punsch, Kaffee und Süßigkeiten abzugeben. Vielen Dank auch an diese Personen, die nicht zuletzt auch gute Öffentlichkeitsarbeit für die FBU leisteten.

Die Wintermonate waren für uns eine gemütliche Zeit. Mit Musse genossen wir anfangs Jahr eine genüssliche Fonduefahrt mit Meinis Pferdegespannen.

Eine lockere Mitgliederversarnmlung am Kaminfeuer im Chemineeraurn des Wagerenhofes folgte im Februar. Bei gut gebratener Wurst und leckeren Fleischstücken liessen wir „My Fair Lady" nochmals in unseren Gedanken und Filmen Revue passieren. Beste Unterhaltung bot uns auch unser Ehrenmitglied, Kari Bürki, 80-Plus, mit seinen urchigen, hauseigen gebackenen Gedichten.

Verschiedenste Theaterbesuche in kleineren Gruppen gehörten ebenfalls in die Erholungsmonate der FBU sowie auch der Bowlingabend in Wetzikon. Zwischendurch zeigte sich eine mutige Gruppe wieder kreativ und versetzte dem Bühnenmateriallager den nötigen Schliff.

Mit vierzig aktiven Mitgliedern durfte ich in diesem Jahr mithelfen, ein überaus erfreuliches, begeisterndes Musical zu erarbeiten. Mitwirkende waren aber auch deren Angehörige. Vielmals wussten diese, wiederum weitere Helfer zu finden, um wichtige Arbeiten oder auch Ideen umzusetzen. Sicher geht mein Dank in erster Linie an alle Akteurinnen und Akteure von „My Fair Lady". Aber ein ebenso grosses Kompliment und Dank gehen an die Hunderte, die ebenfalls kleine, wichtige hzzleteile in das grosse Projekt eingesetzt haben.

Ich freue mich und bin gespannt, ein weiteres Jahr mit euch zusammen zu erleben.

Euer Präsident

Werner Stalder

 

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