Jahresbericht

 

Jahresbericht des Präsidenten 2013 / 2014

Von einem speziellen, emotionalen Jahr kann ich berichten. Für diese Spielsaison waren wir gut vorbereitet. Schon frühzeitig haben wir die Regiewahl getroffen, wiederum mit Albi Brunner und Karin Eschmann (in der Zwischenzeit verheiratet mit Albi Brunner). Nicht bei allen Mitgliedern kam dieser Entscheid gut an, Albi ist ein Mensch der polarisiert, jedoch ein wirklich guter Meister mit sprudelden Ideen, der uns Spielern das Theaterspiel bestens und mit grosser Ausdauer beibringt.

Im Frühjahr luden wir ein zu einem öffentlichen Informationsabend im Dorfschulhaus in Uster. Hier wurden  die ersten Gedanken und Ideen gesponnen in welcher Richtung das wiederum selbst geschriebene Stück laufen soll. Ueber 20 Personen nahmen an diesem Anlass Teil. Meine Ängste, wie wir all diese Interessenten in ein Theaterstück einbinden könnten waren umsonst.

Am 16. April war der erste Probetag, einer von den 45  angesagten Proben bis zur Premiere. Vielen erschien dieser enorme Aufwand viel zu viel und schieden aus. Einige zogen ihre geplanten Ferien vor und für zwei Personen war ein gesundheitliches Problem ein Grund nicht mittun zu können. Nicht nur die FBU leidet unter diesem Phänomen, dass niemand mehr Zeit hat und nicht mehr soviel investieren will. Schade eigentlich, denn auch ein Verein besteht aus Menschen die gemeinsam Spass haben und Genugtung erleben wollen.

Sechs übriggebliebene Spieler legten sich mächtig in das Geschehen der neuen Story und schon bald standen einige Szenen fest. Auch die Kostüme suchte sich jeder Spieler selber aus. So konnten wir Ende August einen gemeinsamen Ausflug nach Konstanz in unseren Theaternklamotten und in unseren Figuren durchführen. Das war eine spezielle Erfahrung für uns alle und besonders für mich als gesetzter Grossvater, als ich am Bahnschalter Winterthur ein Billett der SBB lösen musste. Ich, alias „Röfä“, mit der Langhaarperücke, den engen Legginshösli und der aufgesetzten gelben Sonnenbrille auf dem Strohhut, fand diese Situation  mehr als komisch.

Der 10. September 2014.  Für unseren Verein und die Familie Münger war das ein ganz grosser Trauertag,  es war der Tag an dem  Peter beerdigt wurde. Voller Zuversicht und Elan planten Peter und ich an unserem Geschehen der FBU . Seine Krankheit meinten alle, die sei besiegt. Es sollte nicht sein. Peter war aktives Mitglied und zugleich im Vorstand als Kassier tätig. Er hatte noch so viele Ideen und Aktivitäten für unseren Verein bereit. Das war ein schwerer Schock und ein grosser Verlust für uns alle. Wir mussten zuerst diesen Schlag verarbeiten. Wir beschlossen unsere Proben zu unterbrechen und den ganzen Terminplan mit den Aufführungen auf den Februar 2014 zu verschieben. Nach dieser Trauerzeit sagten wir uns, wir spielen für Peter weiter, er war einer von uns.

Wie in jedem Jahr, war auch wieder sparen angesagt, das Thema jeden Kassiers. Mit einem neuen Probelokal an der Brunnenstrasse 5 in Volketswil konnten wir wieder gut einen Tausender einsparen. Das Lokal wurde durch Albi Brunner gemietet und wir waren die Untermieter.

Eine ausserordentliche GV führten wir am 17. Oktober im Restaurant Salmen in Uster durch. Diese musste erfolgen, um einen neuen Kassier zu bestimmen. Urs Buchschacher wurde einstimmig erst als Vereinsmitglied aufgenommen und anschliessend in dieses Amt gewählt.
Im Dezember hatten wir wegen den vielen anderweitigen Aktivitäten Probefrei. Zur letzten Probe luden wir zu einem öffentlichen Weihnachtsessen ein. Kleine Episoden der Produktion, natürlich auch wieder in Kostümen und Figuren gespielt, gaben wir zum Besten.

Stressig wurde der zu kurze Januar, denn am 8. Februar hatten wir Premiere. Alle Requisiten, Bühnenelemente galt es kurz vor der Aufführung von Volketswil ins Central zu zügeln. Ein aufwendiges Lichtkonzept erforderte alleine wieder zwei Probeabende. Unter gewaltigen Druck brachte uns die Erkrankung einer Mitspielerin 14 Tage vor der Aufführung. Sie musste absagen und konnte nicht mehr ersetzt werden. Die ganze Story musste umgeschrieben und angepasst werden. Ein riesen Kraftakt für den Regisseur und für uns alle. Und zu guter Letzt wurden noch einen Tag vor der Premiere einige Textänderungen vorgenommen. Ja, so kann das kommen bei einer selbst erdachten Geschichte.

Wir Schauspieler, Licht und Tontechniker, Cafeteriabetreiber haben unser Bestes gegeben bei den folgenden 13 Aufführungen. Leider war der Publikumsbesuch sehr schwach, was sich wiederum in den Finanzen unter sehr rot niederschlug. Schade, denn auch die Werbung die mit viel Engagement betrieben wurde verlief sehr gut.

Eine neue Saison steht bevor. Die letzten zwei Jahre haben wir neue Wege gewagt, anders Theater zu spielen. Die Meinungen über das moderne Spiel waren geteilt. Viele Wege führen zu einem Ziel. Wählen wir wieder einen andern.

Werner Stalder

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